Fakten

Wie lautet die Frage zum Bürgerentscheid?

Soll die Stadt Nortorf darauf verzichten, ein Schallplattenmuseum im ehemaligen Kesselhaus mit städtischen Finanzmitteln einzurichten und zu betreiben.

JA ( ) NEIN ( )

Wie muss ich abstimmen, wenn ich für das Museum im Kesselhaus bin?

Ein NEIN ist in diesem Fall das JA zum Museum im Kesselhaus. Die Frage wurde aufgrund eines Bürgerbegehrens gegen das Museum formuliert. Die Initiatoren müssen die Frage so stellen, dass Gegner mit „Ja, ich bin dagegen“ abstimmen können. Wir als Befürworter müssen daher mit NEIN stimmen.

Argumente, Zahlen, Daten und Fakten:

  • Das Kesselhaus (linke Gebäudeseite, ca. 780 qm Ausstellungsfläche) gehört inzwischen der Stadt Nortorf. Kaufpreis 67.000 €. Dies ist der reine Bodenpreis von 148 €/pro qm!
  • Basis der weiteren Betrachtung ist nicht die Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2015. Diese wurde grundsätzlich als nicht durchführbar angesehen, da die aufgezeigte Betriebsorganisation (Vollwertiges Museum mit entsprechendem Stellenplan) zu hohen jährlichen Verlusten geführt hätte. Das Konzept wurde so nicht weiterverfolgt und nach alternativen Lösungen gesucht.
  • Der Verein „Förderverein Museum Nortorf e.V.“ hat eine einzigartige Sammlung von Exponaten zur Geschichte der TELDEC in Nortorf zusammengetragen.
  • Durch diese Sammlung kann die komplette Produktion der Schallplatte dargestellt werden. Dies ist einmalig in Deutschland und der Welt!
  • Die Trägerschaft wird durch einen neuen Verein wahrgenommen werden.
  • Die Personalkosten werden zwar das Gros der laufenden Kosten sein. Ziel ist es, diesen Personalaufwand auf mehrere Funktionen zu verteilen:
    • Die Tourismusinformation zieht aus dem Keller des Rathauses in das Kesselhaus um.
    • Die Geschäftsführung des zu gründenden Stadtmarketingvereins wird die auch als Geschäftsführer Kesselhaus agieren.
  • Langfristig kostet der Betrieb des Museums nicht viel mehr, als zum jetzigen Zeitpunkt. Seit mehreren Jahren unterstützt die Stadt Nortorf den Betrieb des Museums am Jungfernstieg mit ca. 10.000 € pro Jahr.
  • Auf Basis des Gewinnerentwurfes des Ideenwettbewerbes der Muthesius Kunsthochschule Kiel liegen die kalkulierten Umbaukosten, festgestellt durch ein Architekturbüro, bei ca. 1 Mio €. Diese sind im Haushalt durchfinanziert.
  • In Aussicht steht die Förderung durch die Aktiv Region Mittelholstein als Leuchtturmprojekt mit einer maximalen Förderung von 75 % (Förderprogramm „Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz“). Bedingungen für die maximale Förderung sind u.a.:
    • Ein Ortskernentwicklungskonzept, welches in Arbeit ist und voraussichtlich im Dezember fertiggestellt wird.
    • Die Schaffung von mindestens einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsmöglichkeit.
  • Das Kesselhaus soll in Zukunft sowohl das Museum wie auch die Tourist Information Nortorf beherbergen und an bis zu 7 Tagen die Woche geöffnet sein (Sommeröffnung).
  • Aktuell besuchen das Museum Nortorf ca. 3.000 Besucher pro Jahr bei einer reinen Sonntagsöffnung. Bei einer vorsichtigen Kalkulation mit 6.000 Besuchern pro Jahr würde der kalkulatorische Verlust ca. 30.000 € betragen. Dies entspricht rechnerisch 4,35 € pro Bürger pro Jahr. Zum Vergleich: Das „Dat ole Huus“ in Aukrug kann jährlich 5.000 Besucher begrüßen.
  • Busse lassen, wie bisher auch, Ihre Gäste vor dem Museum aussteigen und können auf dem Multifunktionsplatz in der Fabrikstraße parken.
  • Für alle anderen Gäste stehen bereits Stellplätze zur Verfügung. Bei der Umgestaltung des Vorplatzes werden weitere Parkplätze entstehen.
  • Ein Neubau ist deutlich teurer als der Umbau des Kesselhauses. Für die gleiche Fläche müssen mindestens 1.600.000 € ausgegeben werden. Um diese Mehrkosten zu rechtfertigen müssten bei einer Regelnutzungsdauer von 30 Jahren pro Jahr 20.000 € Energiekosten eingespart werden und das bei kalkulierten Energiekosten von 15.000 € pro Jahr!

FAZIT: Kultur kostet Geld, aber das Deutsche Schallplattenmuseum ist DIE Chance für Nortorf. Es dient nicht nur dem Erhalt des kulturellen Erbes der Stadt, sondern es bietet darüber hinaus ein großes Entwicklungspotenzial für das Stadtzentrum und den Tourismus in der Region. Die Geschichte der TELDEC und der Schallplattenproduktion gehört in ein historisches Gebäude!